Deutsch English

Ich hätte einen Mentor gebraucht

Liebe Komplizen,
das ist eine ganz brilliante Initiative, solltet Ihr jemals nach Frankfurt expandieren wollen, lasst es mich wissen, dann stehe ich sofort als Mentor zur Verfügung.

Ich persönlich hatte leider niemals einen Mentor und habe dies sehr vermisst. Mein Vater starb, als ich vier war, plötzlich und unerwartet. Meine Mutter hat meine Schwester und mich hingebungsvoll alleine gross gezogen, wofür ich ihr sehr dankbar bin, allerdings hat sie nicht unbedingt die Rolle eines Mentors übernommen (zumindest hinsichtlich der Studien- und Berufswahl), dazu hat sie sich von ihrer persönlichen Biographie her auch nicht qualifiziert. Das führte dann dazu, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich nach dem Abitur machen möchte, keine Ahnung von möglichen beruflichen Perspektiven hatte etc.

Also entschloss ich mich, Jura zu studieren, da man damit nach Aussage unserer Elterngeneration ja "alles machen" kann. Ich war kreuzunglücklich in dem Studium, habe immer wieder nach Alternativen gesucht, versucht, Berufe zu finden, in denen ich mich danach verwirklichen kann, was dazu führte, dass das ganze Unternehmen Studium ziemlich lange dauerte und dann nur mit Hilfe meines Mannes zum Abschluss geführt werden konnte. Denn erst als ich ihn kennenlernte, der schon immer genau wusste, was er wollte und mit seinem Vater auch einen hervorragenden Mentor zur Seite hatte, ging das ganze voran. Mit ihm zusammen fand ich dann heraus, wo meine Stärken liegen, was ich später machen möchte und somit konnte ich dann auch mein Examen in Angriff nehmen. Zwar war klar, dass ich die Juristerei beruflich niemals ausüben wollte, aber es war auch klar, dass ich einen Abschluss machen wollte und musste, um dann hinterher etwas anderes machen zu können.

Also, was Ihr macht finde ich toll, ich hoffe, Euch haben meine etwas längeren Ausführungen jetzt nicht gelangweilt, aber Ihr wolltet ja gerne Erfahrungsberichte haben!

Herzliche Grüsse,

K.R.