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Erfahrungsberichte

Unter Mentoring versteht nahezu jeder etwas anderes. Das hängt immer davon ab, in welcher Situation man sich als Mentee befindet – oder eben auch, in welcher Situation sich der Mentor gerade befunden hat, als er im Mentee-Alter war. Uns geht es darum, die ganze Vielfalt der Möglichkeiten offen zu lassen und es dem jeweiligen Tandem zu überlassen, welchen Weg sie gemeinsam einschlagen wollen.

Wir haben beispielsweise einen Mentee im Netzwerk, dessen Eltern aus Asien nach Deutschland gezogen sind und die hier beide erfolgreich in der Forschung tätig sind. Allerdings verfügen sie nicht über ein breites privates Netzwerk und so bleibt ihren Kindern der Zugang zu Leuten mit anderen Berufen, als dem der Eltern, verwehrt. Bei den Komplizen hat der Mentee eine Möglichkeit gefunden, ganz andere Berufe kennen zu lernen und auch vom Netzwerk seines Mentors zu profitieren - für Praktika, Facharbeit etc.

Ein anderes Beispiel haben wir mit einem Mentee, dessen Eltern geschieden sind. Er wächst bei seiner Mutter auf und ist nun in einem Alter, in dem er sich auch dann und wann einen „gleichgeschlechtlichen“ Ansprechpartner für die verschiedensten Themen seines Teenager-Daseins wünscht.

Über diese sehr konkreten Beispiele hinaus geht es den meisten unserer Mentees so, dass sie sich ganz einfach einen Ansprechpartner wünschen, zu dem sie in keinem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Was heisst das genau? Das heisst, dass der Mentor jemand ist, bei dem man sich nicht verstellen muss, bei dem man einfach so sein kann, wie man ist, bei dem nur eines wichtig ist: dass er für den Mentee da ist und ihn - wenn er das wünscht - dabei unterstützt, den Übergang von der Schulzeit in die Zeit danach, so gut wie möglich zu gestalten.